Wir sind mit einem neuen Akt imperialistischer Willkür ins neue Jahr gestartet. Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und Cilia Flores wurden unter offener Missachtung des Völkerrechts entführt. Cilia Flores, die in den Medien meist nur als „Maduros Ehefrau“ bezeichnet wird, gilt in Venezuela als „erste Kämpferin“, da sie von Anfang an Teil der von Chávez für die venezolanische Revolution aufgebauten Gruppe war. Dieser Angriff führt uns vor Augen, dass der Imperialismus keine Regeln und keine Grenzen kennt.

Auf den Angriff auf Venezuela, folgte die Protestbewegung im Iran. Die Proteste, die als Reaktion auf die sich infolge der Abwertung des Rial verschärfenden Lebensbedingungen sowie auf politische Repression und Korruption begonnen haben, breiteten sich im gesamten Iran aus. Die Hauptverantwortung für die Notlage und Armut der Bevölkerung im Iran trägt selbstverständlich das Mullah-Regime. Jedoch tragen die USA, Israel und die weitere westliche Staaten durch wirtschaftliche Blockaden, militärische Angriffe und zahlreiche andere Maßnahmen dazu bei, dass sich die Lage der iranischen Bevölkerung weiterhin verschärft. Die USA versucht, den Aufstand der breiten Bevölkerung gegen das Mullah-Regime für sich zu instrumentalisieren und einen Regimewechsel im Iran herbeizuführen. Die Ordnung, die sie anstreben, bedeutet keine Freiheit für die Menschen, sondern eine neue Rückkehr zur Herrschaft der Schah-Pahlavi-Dynastie.

Wir stehen an der Seite des iranischen Volkes, das für seine Rechte und Freiheiten kämpft. Zugleich müssen wir an der antiimperialistischen Haltung festhalten und dürfen nicht an die Seite jener geraten, die sich unter Einbindung US-Imperialismus eine Zukunft erhoffen. Wir können niemals eine Position vertreten, die zulässt, dass sich im Iran Zustände entwickeln wie in Libyen, Gaza, dem Libanon oder Syrien.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Syrien. Der Sturz Assads, das darauf folgende „neue Syrien“, in dem frühere Terroristen heute zu Präsidenten gemacht wurden, sowie die sogenannten „Friedensprozesse“ in der Türkei sind miteinander verflochtene Entwicklungen, die nicht isoliert betrachtet werden können. Es handelt sich um Prozesse, die durch imperialistische Absprachen geprägt sind und auf eine Neuverteilung der Macht in der Region abzielen. Während Aleviten und Drusen Massakern ausgesetzt sind, zeigt sich in Aleppo auf schmerzhafte Weise, dass der kurdischen Bevölkerung weiterhin ein freies und gleichberechtigtes Leben verwehrt bleibt.

Wir setzen auf die freie und unabhängige Selbstorganisation der Völker. Unsere Seite ist die der Unterdrückten, der Ausgebeuteten und der kämpfenden Menschen. In einer Welt, in der das „Völkerrecht“ faktisch außer Kraft gesetzt ist, ist Selbstverteidigung legitim und notwendig.


Solidarische Grüße an alle kämpfenden Völker!

Odak Kulturzentrum e.V.

18.01.2026

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